Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg

20. und 21. September 2017

12. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft 2005
"Sichten und Aussichten"


Genau ein Quartal nach dem 1. Juni 2005, dem Termin des endgültigen Ablaufens der Übergangsfrist der Technischen Anleitung Siedlungsabfall hatten die in diesem Jahr erstmalig drei Veranstalter zur 10. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft nach Magdeburg eingeladen: Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt als Vertreter der Politik, die Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH als Praxispartner und das Institut für Förder- und Baumaschinentechnik,Stahlbau, Logistik der Universität Magdeburg als Vertreter von Wissenschaft und Forschung sind damit erstmalig ein Bündnis eingegangen, um auch im Jubiläumsjahr der Fachtagung einen würdigen Rahmen zu verleihen. Dem Umstand geschuldet, dass zwei herausragende Ereignisse gewürdigt werden sollten, wurde der Tagungstermin abweichend von den bisherigen Gepflogenheiten auf die ersten beiden Septembertage gelegt: Neben der bereits zum 10. Mal durchgeführten Fachtagung Siedlungsabfallwirtschaft wurde am 2. September das Müllheizkraftwerk Rothensee feierlich eingeweiht.

Die Organisatoren hatten unter dem Motto "Sichten und Aussichten" verschiedene Schwerpunkte gesetzt, die jeweils von Referenten aus der Praxis und der Wissenschaft mit interessanten Vorträgen gefüllt und gestaltet wurden. Dass die Veranstalter den Focus auf die aktuellen und viele interessierende Themen gelegt hatten, zeigte sich an der breiten Resonanz. Mehr als 150 Teilnehmer aus der Region aber auch aus vielen anderen Bundesländern waren der Einladung in das 1200-jährige Magdeburg gefolgt, um sich zu den gesetzten Schwerpunkten zu informieren und mit Fachkollegen zu debattieren.

Nach der traditionell vom Rektor der Universität vorgenommenen Begrüßung der Gäste und Eröffnung der Tagung, in der er die langjährigen Traditionen der Tagung hervorhob und die Rolle des Institutes für Förder- und Baumaschinentechnik, Stahlbau, Logistik insbesondere bei der Gestaltung des wissenschaftlichen Lebens an der Universität und der erfolgreichen Installierung des erstmalig in Deutschland angebotenen Studienganges „Wirtschaftsingenieurwesen Logistik“ würdigte, betonte Frau Ministerin Wernicke in ihren Worten unter anderem, dass Sachsen-Anhalt seine Hausaufgaben in Sachen Abfallwirtschaftsplanung und Bau von Verwertungsanlagen in der zurückliegenden Zeit gemacht hat und damit der neuen Etappe der Abfallwirtschaft gelassen entgegen sehen kann, ohne sich auf den erreichten Ergebnissen auszuruhen.

Herzlich begrüßt wurde auch in diesem Jahr Herr Dr. Helmut Schnurer vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Bonn - zu seinem letzten Auftritt in dieser Funktion vor dem Eintritt in den Ruhestand. Er erläuterte die aktuelle Situation der Siedlungsabfallwirtschaft in Deutschland und wagte einen Ausblick - auch im Hinblick auf die Vorstellungen und Regularien im EU-Maßstab. Gleichzeitig würdigten ihn die Veranstalter als einen der Tagung sehr verbundenen und von den Teilnehmern geschätzten und geachteten Referenten. In den Worten der Veranstalter wurde der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass Herr Dr. Schnurer auch in den Folgejahren den Problemen der Abfallwirtschaft verbunden bleibt und noch viele Male an der Magdeburger Tagung teilnehmen möge. In der Folge sprach Frau Vera Gäde-Butzlaff (Berliner Stadtreinigung) über die Abfallwirtschaft aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht. Prof. Karl J. Thomé-
Kozmiensky (Thomé-Kozmiensky Ingenieure) zeigte Entwicklungspotentiale in der Abfallwirtschaft auf und Dr. Joachim Wuttke (Umweltbundesamt) nahm zu den Chancen und Risiken für die Abfallwirtschaft durch die EU-Osterweiterung Stellung. Die Schwerpunkte des ersten Veranstaltungstages bildeten neben den schon genannten Referaten Fragen zum Komplex „Gewerbe-Abfall-Gebühren und Regelungen zur Rücknahme und zum Recycling von Elektronikprodukten(WEEE)“ sowie zur Problematik „Thermische Abfallbehandlung“. Wege, Auswege und Umwege der
Gewerbeabfallströme ab 2005 standen im Mittelpunkt der Ausführungen von Jürgen Militz von der SULO Gruppe. Thomas Kügler (INTECUS) stellte Projektergebnisse zur Abfallgebührenentwicklung ab 2005 und davon ausgehende Einflüsse und Wirkungen vor. Otmar Frey (ZVEI) erläuterte, wie eine konstruktive Zusammenarbeit von Kommune und Unternehmen in Bezug auf die Umsetzung der WEEE-Richtlinie aussehen könnte.
Den mit dem zentralen Thema der thermischen Abfallbehandlung verbundenen Fragen der Analyse der gegenwärtig entstehenden Aufkommensmengen und den demgegenüber stehenden, zur Zeit verfügbaren Verwertungsanlagen widmete sich Thomas Obermeier (DGAW). Dr. Dirk Zachäus und Dr. Hartwig Haase stellten ein Projekt vor, wie im Anlagenverbund eine größere Effizienz der zur Verfügung stehenden Kapazitäten erreicht werden kann. Prof. Hermann Müller referierte zum Energiepotential und zur CO2-Bilanzierung bei thermischen Abfallbehandlungsanlagen.

Im Rahmen des Vortragsprogrammes wurden Anregungen vermittelt, Ansätze aufgezeigt und Angebote unterbreitet, die mit Sicherheit zwar nicht immer pauschale Gültigkeit besitzen aber Grundlage für eine ausgiebige Diskussion sein können und sollten.
Eine Plattform, um sich auch abseits des fachlichen Rahmens über das Gehörte, Probleme des Tagesgeschäftes und Visionen der Abfallwirtschaftler auszutauschen, bot sich am Abend des ersten Veranstaltungstages. Die Organisatoren hatten zur Jubiläumsparty „10 Jahre TaSiMa“ in die Kulturfestung Kaserne Mark eingeladen und den Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg für die Festrede gewinnen können. In den, stellvertretend vom Beigeordneten für Umwelt und Kultur - Herrn Holger Platz - vorgetragenen Worten des Stadtoberhauptes wurde unter anderem zum Ausdruck gebracht, dass in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation Stadt und Universität ihre Zusammenarbeit noch weiter vertiefen sollten, zum beiderseitigen Vorteil und nicht zuletzt auch, um den in der Ausbildung befindlichen Studenten ein breites Betätigungsfeld und spätere berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Ebenso gewürdigt wurde die Entwicklung der Tagung Siedlungsabfallwirtschaft von einer zunächst regional begrenzten Veranstaltung hin zu einer mittlerweile auch im Ausland bekannten Fachtagung.

Der zweite Veranstaltungstag wurde inhaltlich von den Schwerpunkten „Getrenntsammlung und Verwertung“ und „Deponierung“ bestimmt. Besonders zum ersten Tagesschwerpunkt wurde durch die Beiträge von Dr. Barbara Zeschmar-Lahl (BZL GmbH, Oyten) zu den ökologischen Aspekten von Getrenntsammlung und Verwertung, Dr. Rüdiger Siechau (VKS Verband) zu den Standpunkten der kommunalen Entsorgungswirtschaft und Herrn Peter Hoffmeyer (Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V.) zur Getrenntsammlung und Verwertung aus Sicht der privaten Entsorgungswirtschaft initiiert, engagiert und teilweise sehr kontrovers diskutiert. Im abschließenden Schwerpunkt begeisterte als Einstieg in die Thematik vor allem Klaus Stief (DeponieOnline) mit seinem Vortrag „Der Anfang vom Ende des Deponiezeitalters?“. Darauf folgten Beiträge von Dr. Palm (SIG) und Wolfgang Beckmann (Zweckverband Sachsen-Anhalt Süd) zu speziellen Erfahrungen bei der Deponiestilllegung.

Im Anschluss an die Fachvorträge bestand für alle Teilnehmer die Möglichkeit, an der Einweihung des MHKW Rothensee teilzunehmen sowie die Kessellinien 1 und 2 zu besichtigen. Gäste und Organisatoren waren sich am Ende der Veranstaltung dahingehend einig, dass die Abfallwirtschaft auch nach dem 1. Juni 2005 genug Diskussionspunkte und Gesprächsstoff bieten wird, um weitere Tagungen mit interessanten Themen anzubieten. Im Jahr 2006 wird die dann 11. Fachtagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg aufgrund anderer Großereignisse aller Voraussicht nach ebenfalls im September veranstaltet.

Die wissenschaftlichen Beiträge der Fachtagung 2005 sind in einem Begleitband veröffentlicht. Diese Publikation kann unter der ISBN-Nummer 3-930385-52-X vom LOGiSCH-Verlag bezogen oder über den örtlichen Buchhandel erworben werden.

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Ansprechpartner: Hartwig Haase | Letzte Änderung: 2013-06-18