Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg

20. und 21. September 2017

11. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft 2006
"Sichten und Aussichten"

 

Im Jahr 2006 stand die TASIMA11 unter dem Motto „Abfallwirtschaft in neuer Qualität“.
Nach dem Paradigmenwechsel in der Entsorgung durch die Abfallablagerungsverordnung sollte die Abfallwirtschaft gerechter, effizienter, nachhaltiger - und damit qualitativ hochwertiger geworden sein. Obwohl die Einschätzungen zum Übergangszeitraum überwiegend positiv ausfallen, gibt es - vielleicht verständlicherweise - trotz der ausreichend langen Vorbereitungszeit genügend Fragen und Probleme, die auf der Tagung in den Vorträgen thematisiert, mit Anregungen aus der Praxis beantwortet und kontrovers diskutiert wurden.

Eröffnet wurde die Tagung durch den Staatssekretär Herrn Dr. Hermann Aikens, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt, der in Vertretung der Umweltministerin die aktuelle abfallwirtschaftliche Situation des Landes vorstellte. Der Ende 2005 für die nächsten 10 Jahre erstellte Abfallwirtschaftsplan des Landes kann eine aktuelle und zukünftige Entsorgungssicherheit für die überlassungspflichtigen Abfälle auf hohem Niveau feststellen. Herr Dr. C.-André Radde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Bonn und Herr Petr Sekera-Bodo vom Tschechischen Abfallwirtschaftverband erläuterten Stand und Perspektiven der Siedlungsabfallwirtschaft in Deutschland und Tschechien. Ein Vortrag zur Integration von Nachhaltigkeit in die Abfallwirtschaftspraxis von Herrn Hartmut Schug, Zukünftige Technologien Consulting (ZTC) Düsseldorf, schloss den ersten Vortragsblock ab.

Alexander Neubauer, Ecologic - Institut für Internationale und Europäische Umweltpolitik Berlin, stellte die Ergebnisse einer Studie zur „Strategie für die Zukunft der Siedlungsabfallentsorgung (Ziel 2020)“ mit dem Ziel der vollständigen und umweltverträglichen Abfallverwertung vor. In 7 Szenarien wurden technische Machbarkeit, ökonomische Zumutbarkeit der Zielstellung untersucht und bestätigt sowie das Verwertungsniveau als Auswahlkriterium für das Behandlungsszenario festgestellt. Gegenläufige aber auch gemeinsame Interessen für die zukünftige Entwicklung der kommunalen Abfallwirtschaft fanden sich in den Vorträgen von Christian Jeschonek, SULO Gruppe Herford und Otto Huter vom Deutschen Städtetag Berlin.

Der Vortragsblock zur thermischen Abfallbehandlung wurde von Herrn Holger Alwast, PROGNOS AG Berlin eingeleitet, der detailliert vor allem künftige Mengen- und Kapazitätsentwicklungen für unvorbehandelte und heizwertreiche Abfälle auf dem Entsorgungsmarkt vorstellte.

Die festzustellenden und aktuell erlebbaren temporären Kapazitätsengpässe, die zu nicht unerheblichen Zwischenlagermengen
führen, waren auch Thema des letzten Vortragsblockes am zweiten Tagungstag (Dr. Hans-Jürgen Discher, Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt Halle: Genehmigungsrecht für Abfallzwischenlager; Dipl.-Ing. oec. Holger Bauerfeind, Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen Großpösna: Zwischenlagerung von Abfällen zur Verwertung; Dipl.-Ing. Matthias Wojke, MHKW Rothensee GmbH Magdeburg und Logistik-Studenten der Otto-von-Guericke-Universität
Magdeburg: Erfahrungen bei der Ballierung und Zwischenlagerung von Restabfall). Die hohe Qualität der thermischen Abfallbehandlung wurde durch Herrn Michael Horix, MVV TREA Leuna GmbH/ITAD e.V., Würzburg, Herrn Lutz Strumpf, MHKW Rothensee GmbH Magdeburg, und Herrn Berthold Büttenbender von der ALSTOM Power Boiler GmbH, Stuttgart-Obertürkheim dokumentiert.

Zwei Vortragsblöcke zu neuen Entwicklungen in Technik und Logistik (Dipl.-Ing. Jan Postel, BioSal Anlagenbau GmbH Bad Lausick: BioSal-DYN Dynamische Kompaktkompostieranlage mit integrierter Abluftbehandlung; Dipl.-Ing. Thomas Dippert, HORSTMANN GmbH & Co. KG Bad Oeynhausen: Abfallsplitting als Bestandteil innovativer MBA-Anlagenkonzepte; Dr.-Ing. Hartwig Haase, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg:60-t-RoadTrain - eine Last oder innovativer Laster - Untersuchung für einen Einsatzfall) und im Abfallrecht (Prof.
Dr. Ludger-Anselm Versteyl, Prof. Versteyl Rechtsanwälte Burgwedel: Beseitigung von Entsorgungsengpässen durch Ausnahmegenehmigungen?: Günter Bauer, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle: Das neue Nachweisverfahren; Dr. Angela Dageförde, Prof. Versteyl Rechtsanwälte Burgwedel: Vergabe von waste-to-energy-Entsorgungsleistungen - der Vortrag musste wegen Erkrankung ausfallen, ist aber im Tagungsband enthalten) rundeten das
Tagungsprogramm ab.

Neben den Gesprächs- und Kontaktmöglichkeiten in den Tagungspausen regte die Abendveranstaltung in der Kulturfestung Mark am Abend des ersten Veranstaltungstages zur Diskussion an.

Die wissenschaftlichen Beiträge der Fachtagung 2006 sind in einem Begleitband veröffentlicht. Diese Publikation kann unter der ISBN-Nummer 3-930385-60-0 vom LOGiSCH-Verlag bezogen oder über den örtlichen Buchhandel erworben werden.

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Ansprechpartner: Hartwig Haase | Letzte Änderung: 2013-06-18