Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg

20. und 21. September 2017

13. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft 2008
"Abfall als Stoff- und Energieressource"


Unter dem Motto „Abfall als Stoff- und Energieressource“ hatten die drei o. g. Veranstalter am 24. und 25. September 2008 in das Ratswaage-Hotel Magdeburg eingeladen.
Mit 180 Teilnehmern von kommunalen und privatwirtschaftlich betriebenen Abfallwirtschaftsunternehmen, Behörden, Forschungseinrichtungen, Ingenieurbüros und Technikherstellern konnte 2008 ein neuer Besucherrekord erzielt werden.
Ein Hinweis darauf, dass die im Mittelpunkt stehenden Vorträge zum Klima- und Ressourcenschutz reges Interesse finden, aber auch andere organisatorische, juristische und technische Themengebiete und nicht zuletzt die aktuellen Geschehnisse um die illegale Ablagerung von Abfällen die Abfallwirtschaft auf europäischer und bundes¬deutscher Ebene weiterhin spannend machen.

Im ersten Vortragsblock, der nach der Begrüßung durch den Rektor der OvGU, Herrn Prof. K.-E. Pollmann, von Herrn M. Dörffel (MLU) geleitet und mit einem Vortrag zur Situation im Bundesland eröffnet wurde, standen aktuelle politische und strategische Fragestellungen im Vordergrund. Dr. H. Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, sprach zur aktuellen Situation der Abfallwirtschaft in Deutschland und gab einen Ausblick der abfallrechtlichen, vor allem europäisch determinierten Entwicklung. Er stimmte auch gleich auf die spätere Diskussion zu den regionalen Aufgeregtheiten ein (Zitat: „Der Abfall sucht sich immer das billigste Loch“). Herr C. Stäblein, Vorsitzender des Vorstandes der E.ON Energy from Waste AG, präsentierte strategische Überlegungen zur nationalen Marktentwicklung und zur Marktsituation anderer europäischer Staaten. Das Umweltgesetzbuch als neue Ära für das deutsche Umweltrecht wurde von Prof. E. Rehbinder, J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main, vorgestellt, der Mitautor des Professorenentwurfs ist.

Im Themengebiet „Abfall als Stoffressource“ sprachen Herr R. Wagner, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, der unter dem Titel „Anforderungen an den Einbau von mineralischen Ersatzbaustoffen und an Verfüllungen“ vor allem über den Inhalt und den Entwicklungsstand der geplanten Rechtsverordnung berichtete, Herr F. Knappe, ifeu GmbH, Heidelberg, zur Akzeptanz und zu Einsatzmöglichkeiten mineralischer Sekundärrohstoffe sowie den damit verbundenen Anforderungen und möglichen Anreizinstrumenten und Frau Dr. B. Kummer, Kummer Umweltkommunikation, Bad Honnef, zur aktuellen Problematik der Sekundärrohstoffe, wenn diese nach Beendigung der Abfalleigenschaft unter die REACh-Regulierungen fallen. Sie gab u. a. wichtige Hinweise, um Registrierungspflichten für Recyclingprodukte zu überprüfen und zu erfüllen.

Viel Beifall und Interesse aber auch Widerspruch in der anschließenden Diskussion fand der Vortrag von Prof. H.G. Baum, Hochschule Fulda, der aus teilweise unkonventionellem Blickwinkel, wissenschaftlich methodisch aber auch provokativ zu demographischen und ökonomischen Entwicklungstendenzen einer zukünftigen Abfallwirtschaft berichtete. Der Beitrag der Abfallwirtschaft zum Klima- und Ressourcenschutz war bereits bei den Vorrednern thematisiert worden. Detaillierte und umfangreiche Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen wurden von G. Dehoust vom Öko-Institut Darmstadt präsentiert. Der Themenkomplex „Nachhaltige Abfallwirtschaft“ wurde von Dr. H. Saberi; uve GmbH Berlin, abgerundet, der unter dem sozialen Aspekt den CARNA- Verbund der kommunalen Wirtschaft für alterns- und altersgerechte Arbeitsbedingungen vorstellte.

Herr C. Spohn, Geschäftsführer der ITAD e.V. Würzburg, leitete den Themenblock „Abfall als Energieressource“ ein und stellte das Klimaschutzpotenzial der thermischen Abfallbehandlung in den Fokus seines Vortrags. Ob Ersatzbrennstoffe nach der Novelle der Abfallrahmenrichtlinie ggf. doch das Ende der Abfalleigenschaft erringen und damit den Produktstatus erhalten können, diskutierte Herr St. Kopp-Assenmacher von der Köhler & Klett Rechtsanwälte Partnerschaft, Berlin. Frau S. Lehmann von der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. berichtete über Disparitäten und Entwicklungen zwischen Angebot von Verbrennungskapazitäten und Nachfrage durch Abfallaufkommen. Der Vortrag von Herrn J. Schulze, C.A.R.E. GmbH Halle, über biologische Abfälle wurde vorgezogen, passte aber dennoch zum Thema, da diese neben dem stofflichen Verwertungsweg (Dünger) zunehmend integriert für die energetische Nutzung eingesetzt werden. Die Tagungsleitung hatte Herr R. Oesterhoff (MHKW).

Mit Spannung erwartet wurden im nächsten Themenblock, den Herr R. Kaufmann, E.ON Energy from Waste AG, leitete, die jüngsten Ereignisse um illegale Abfallablagerungen in Ton- und Kiesgruben diskutiert. Herr E. Rehbock vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. gab einleitend einen Überblick über die aktuelle Situation, die zwar leider gerade Sachsen-Anhalt sehr öffentlichkeitswirksam in den Mittelpunkt stellt, aber bundesweit ein Problem darstellt und neben anderen Bypässen auch bei der Kapazitätsdiskussion (Vorträge von Frau Lehmann und Herrn Stäblein) eine marktbeeinflussende Rolle spielt. Herr M. Dörffel (MLU) stellte die abfallwirtschaftlichen Grundsätze des Landes, eine Anpassung der Verfüllgenehmigungen und ein Sonderkontrollprogramm zur gezielten, sofortigen Beendigung illegaler Ablagerungen vor.

Im letzten Block gab Herr H. Gaßner, [Gaßner, Groth, Siederer & Coll.] Berlin, mit seinem Vortrag „Häuserkampf um Wertstoffe - Überlassungspflicht und gewerbliche Sammlung“ eine andere Sicht zu bedenken, wenn Abfälle plötzlich als stoffliche Ressourcen zu wahren „Wert“-Stoffen werden. Herr Dr. M. Kern, Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH berichtete über Chancen und Perspektiven zur Nutzung von Bio- und Grünabfällen nach EEG und Herr Dr. St. Voß von der GEMES Abfallentsorgung und Recycling GmbH stellte einen ganzheitlichen Verwertungsansatz für Biomasse vor.

Die Tagungsgäste wurden wieder wie gewohnt hervorragend durch das vom ILM organisierte Tagungsbüro betreut. Eine „nachweihnachtliche“ Online-Umfrage hatte zuvor zur inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung der Tagung eine durchweg positive Resonanz ergeben.

Neben den Gesprächs- und Kontaktmöglichkeiten in den Tagungspausen mit einer Posterausstellung im Hotelfoyer regte die Abendveranstaltung im Hotel zur Diskussion an. Die geplante Schifffahrt auf der Elbe musste leider wegen Niedrigwasser kurzfristig abgesagt werden, wird aber zur TASIMA 14 Anfang September 2009 nachgeholt. Die wissenschaftlichen Beiträge sind im Begleitband der Fachtagung veröffentlicht und können über den LOGiSCH-Verlag oder den Buchhandel erworben werden (ISBN 978-3-930385-68-3).

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Ansprechpartner: Hartwig Haase | Letzte Änderung: 2013-06-18