Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg

20. und 21. September 2017

21. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft 2016
"Kreisläufe in nachhaltiger Qualität"

Am 21. und 22. September trafen sich wieder fast 200 Experten aus Deutschland zur 21. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg, die gemeinsam vom Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt, der MHKW Rothensee GmbH, der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg veranstaltet wird.

Deutschland hat auf dem Gebiet des Recyclings und der Kreislaufführung von Stoffen – auch aus Gründen mangelnder eigener Rohstoffe – weltweit und zweifelsfrei eine führende Position eingenommen. Aktuelle Strategien, Strukturen und Technologien des Recycling wurden auf der TASIMA21 hierzu von Frau Professorin Christina Dornack, TU Dresden vorgestellt. Speziell das Stahlrecycling, welches beispielhaft für eine hochwertige Abfallverwertung ist, und die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen wurden auf der Tagung durch Vorträge von Dr. Rainer Cosson und Professor Mario Mocker detaillierter beleuchtet.

Trotzdem kommt Professor Günther Bachmann, Leiter der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung, in seinem Tagungsbeitrag zu der Aussage „Deutschland hat keine Kreislaufwirtschaft“ (siehe Tagungsband ISBN 978-3-930385-96-6).

Ein neues Wertstoffgesetz scheitert an Streitigkeiten über Kompetenz und Zuständigkeiten zwischen privatwirtschaftlichen und kommunalen Akteuren. Das Streitgespräch zwischen Helmut Schmitz, der kurzfristig Herrn Michel Wiener, CEO beim Duales System Holding GmbH & Co.KG, vertreten hat und Hartmut Gaßner, [Gaßner, Groth, Siederer & Coll.], hat hierzu die gegenseitigen Argumente gezeigt. Die Thematik ist so kompliziert geworden, dass nur noch Experten und vielfach Juristen die umfangreiche Gesetzgebung durchdringen und umsetzen können. Gutachten und Gerichtsurteile spielen neben technischen und logistischen Innovationen eine immer wichtigere Rolle in der Abfallwirtschaft.

Es fehlen verbraucherfreundliche, für den Bürger leicht verständliche Möglichkeiten der Getrennterfassung. Konsumorientierte Lebensweise und einhergehende billige Massenproduktion führen zu einer Plastikwelt mit einem rekordverdächtigen Abfallaufkommen. Nach einer Studie der Bertelsmannstiftung landet Deutschland bei der Abfallmenge pro Kopf (ein Indikator der 17 Sustainable Development-Goals) nur auf Platz 28 von 34 betrachteten Industriestaaten.

Große Mengen der genutzten Kunststoffe gelangen unkontrolliert in die Umwelt (32% der weltweiten Produktion allein im Bereich der Verpackungen nach Professor Helmut Maurer, Europäische Kommission) und hier in die sensiblen Ökosysteme der Weltmeere wie der Vortrag von David Jones (Plastic Oceans) zeigte. „Ohne Reformen wird im Meer 2025 eine Tonne Plastik auf drei Tonnen Fisch kommen“ (Professor Günther Bachmann).

Diese Aufzählung zeigt, dass es in der Siedlungsabfallwirtschaft genügend Diskussionsstoff sowie wichtige Entwicklungen in den Technologien und Märkten gibt.

Diese Diskussionen wurden in entspannter Atmosphäre am Abend des ersten Veranstaltungstages im Theater in der Grünen Zitadelle fortgeführt. Gelungener Einstieg waren natürlich das Buffet, welches durch das Restaurant Selma & Rudolph angeboten wurde, und vor allem eine unterhaltsame Plauderei zum Thema “Waste, Wein und Wahrheiten“ zwischen Herbert Beesten (feinherbe Lyrik, Schreibkräfte) und Bernard M. Kemper, CEO bei der EEW Energy from Waste GmbH.

Auch die Entsorgungsunternehmen selber haben die Bedeutung nachhaltigen Handelns erkannt und richten ihren Betrieb immer stärker an sozialen und umweltbezogenen Gesichtspunkten aus wie die Vorträge von Martin Urban, Vorstand bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben und Professor Rüdiger Siechau, Stadtreinigung Hamburg, beispielhaft zeigten.

 

Auf diesem Gebiet gibt es auch für die Otto-von-Guericke-Universität noch viel zu tun. Dass sie auf einem guten Weg ist, zeigt die Vergabe des TASIMA-Preises an einen Studenten der Otto-von-Guericke-Universität. In der prämierten Masterarbeit untersucht Herr Brinken „Nachhaltigkeitsberichte an deutschen Universitäten“ und wirkt selbst als Kopf des Nachhaltigkeitsbüros an der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie für die Universität mit.


Die TASIMA leistete auch 2016 einen kleinen direkten Beitrag zum Thema Klimaschutz, indem für jeden Tagungsteilnehmer ein Baum an die Schülerinitiative PLANT FOR THE PLANET gespendet wurde.

Die wissenschaftlichen Beiträge sind im Begleitband der Fachtagung veröffentlicht und können über den LOGiSCH-Verlag oder den Buchhandel erworben werden (ISBN 978-3-930385-96-6).

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Ansprechpartner: Hartwig Haase | Letzte Änderung: 2016-11-28